Berlinexkursion vom 05. bis 07. Mai 2023

Nicht ganz so weit weg wie Madagaskar, aber dennoch ein sehr lohnenswertes Ziel war die Landeshauptstadt für unsere Schülerinnen und Schüler der Madagaskar-AG.

Eine bunte Mischung aus 15 Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 bis 10 machte sich gemeinsam mit uns AG-Leitern, Anett Bauer und JensWeber, auf den Weg nach Berlin.

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Los ging es bereits Freitag früh. Nach einer schier endlos langen Fahrt erreichten wir gegen Mittag den Berliner Hauptbahnhof und begaben uns von da aus gleich direkt zu unserem ersten Ziel – dem Berliner Tierpark. Hier stießen unsere AG-Leiterin Frau Franz und ihr Mann zu uns, die uns im Tierpark begleiteten. Der größte Tierpark Europas zeichnet sich aus durch eine riesige, als Park gestaltete Anlage, die wir bei schönstem Wetter zunächst alleine erkundeten. Beim Beobachten der Eisbären und anderer exotischer Tiere stellten wir uns die Frage, wie artgerecht deren Haltung in einem Tierpark ist. Unsere Fragen konnten wir dann während unserer Führung durch die Anlage stellen. Auch unser Guide sah die Haltung, insbesondere von Vögeln im Tierpark kritisch, erklärte aber auch, dass einige Tierarten nur dadurch vorm Aussterben bewahrt werden konnten, weil Nachkommen vom im Tierpark oder Zoo lebenden Vertretern wieder ausgewildert werden konnten.

Ein absolutes Highlight und auch der eigentliche Grund unseres Besuchs des Berliner Tierparks war aber die wohl einzigartige Lemurenanlage. Die Lemuren, die sonst nur in Madagaskar heimisch, sind, befinden sich auf einem Areal, welches man als Besucher betreten kann. So war es uns möglich, die Lemuren aus nächster Nähe zu beobachten und sogar mittels Apfelstückchen zu uns zu locken und zu streicheln.

Nachdem wir uns ausführlich den Lemuren gewidmet hatten, begaben wir uns in das noch recht neu erbaute Regenwaldhaus, in dem wir tropische Tiere und Pflanzen bestaunen konnten und über
Gründe für die Zerstörung des Regenwaldes informiert wurden und unter anderem erfuhren, was unsere Handys oder unsere Kosmetik mit der Abholzung des Regenwaldes zu tun haben. Nach unseren Erlebnissen und Eindrücken im Tierpark begaben wir uns nach unserer langen Reise erschöpft, aber glücklich in unsere Herberge.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf dem Weg nach Falkensee, zur madagassischen Botschaft. Wir waren alle sehr gespannt und aufgeregt, wer und was uns dort erwarten würde! Die Botschaftsrätin Ms. Hanta Ramahazos bereitete uns einen herzlichen Empfang und stand uns Rede und Antwort. Aufgrund der schwierigen diplomatischen Beziehungen gibt es seit 2009 keinen „richtigen“  madagassischen Botschafter mehr in Deutschland. Das Treffen war deswegen jedoch nicht weniger interessant. Ramahazosa erzählte uns über ihre Arbeit als Diplomatin, madagassisches Wetter und interkulturelle Beziehungen. Wir erfuhren viele interessante Dinge, unter anderem auch, dass es in Dresden insgesamt nur 3 Einwohner aus Madagaskar gibt, dass wir zwar ohne Schwierigkeiten hinreisen können, die Einreise für Madagassen nach Deutschland allerdings sehr schwierig ist und, dass die madagassische Botschaft in Berlin auch für andere Länder wie Polen oder Island zuständig ist. Das alles erfuhren wir in englischer Sprache, was vor allem auch für unsere jüngeren Schülerinnen und Schüler herausfordernd war, weswegen wir den einen oder anderen Teil auch auf Deutsch übersetzten.

Nach anfänglichen Hemmungen, etwas auf Englisch zu sagen, trauten sich auch unsere Schülerinnen und Schüler, etwas über sich zu erzählen, Altenberg und unsere Schule vorzustellen und Fragen zu stellen. Insgesamt war es ein unglaublich spannendes, interessantes und aufgeschlossenes Treffen, nach dem man wirklich richtig Lust hatte, eines Tages selbst auch nach Madagaskar zu reisen. Zum Abschied bedankten wir uns mit der Übergabe eines Geschenks aus Altenberg, einem Stein namens Pyknit, der nur in Altenberg vorkommt, samt Bergmann aus Zinn. Dieser soll nun einen Ehrenplatz in der madagassischen Botschaft erhalten.

Nach diesem aufschlussreichen Empfang in der Botschaft gingen wir ein paar Meter weiter, um am Seepavillon Falkensee Mittag zu essen. Auf der Rückfahrt entschieden wir uns spontan, noch einen Besuch im Naturkundemuseum zu machen, was bei unseren Schülerinnen und Schülern zunächst auf wenig Gegenliebe stieß, sich aber am Ende doch noch als ein weiteres Highlight entpuppte.

Im Museum konnten wir neben beeindruckenden Dinosaurierskeletten, einer unfassbar umfangreichen Stein- und Mineraliensammlung auch „eingelegte“ Tiere im Glas und Fossilien aus einer längst vergangenen Zeit bewundern. Auch stießen wir wieder auf Spuren von Madagaskar. Wie wir auf den Schautafeln lesen, gelten die Lemuren als „Darwinfinken“ Madagaskars und Madagaskar selbst als „Hotspot“ und „Brennpunkt“ der Biodiversität, was bedeutet, dass sich diese Region durch eine besonders hohe Biodiversität auszeichnet, die zugleich extrem bedroht ist.

Fast schon am Ende unserer Reise angelangt, nutzten wir den Vormittag, um miteinander ins Gespräch zu kommen.  So werteten wir die Berlinreise und vergangene Aktionen der Madagaskar-AG aus und besprachen, welche Aktionen wir für die Zukunft planen wollen.
Am Ende stand ein Quiz, in dem die Schüler ihr neu erworbenes Wissen über den Regenwald und Madagaskar unter Beweis stellen
konnten.  Um die Mittagszeit fuhren wir mit dem Zug wieder zurück nach Dresden. Am Ende waren sich alle einig – es war eine durch und durch gelungene Reise! Herzlichen Dank an alle, die diese Reise finanziell unterstützt, organisiert und ermöglicht haben und auch an unsere AG-Mitglieder, die Dank ihrer Zuverlässigkeit und ihres tollen sozialen Miteinanders die Reise auch für uns Begleiter zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben!

Text übernommen von Anett Bauer