das neue Logo der Altenberger "Madagaskar-AG" - entworfen von Victoria Potscher (Klasse 10A)

Die Madagaskar-AG

des Altenberger "Glückauf"-Gymnasiums ...

... entwickelte sich aus einem originellen Zeichenwettbewerb von Sechstklässlern aus Altenberg im Ost-Erzgebirge und Anjahambe im Osten Madagaskars, 2010 unter dem Titel "Unser Wald und seine Tiere". Seither haben Altenberger Schülerinnen und Schüler für ihre madagassischen Freunde einen Film gedreht, Fußballtrikots bemalt ("Save the Makis!"), Spenden gesammelt und dafür selbst Bäume gepflanzt. Zur Zeit erarbeiten sie, gemeinsam mit dem Analasoa-Club,  diese Internetseite, um auch anderen Menschen über die Natur der (Regen-)Wälder zu berichten.

The friends of Madagascar students group at the Altenberg high school/secondary school came into being in 2010, after a drawing contest ("Our forest and its animals") between 12 to 14 year old students of Altenberg in Germany and Anjahambe in Madagascar. Since then, the Altenberg students produced a film documentation for their Malagassy friends, designed and painted football trikots ("Safe the Makis!"), did fundraising to get donations for the projects and planted trees for that reason. Currently, they work at this web page to tell other People about the nature of (rain)forests.

Bericht über Madagaskar – so leben Madagassen

von Luisa Wolf, Schülerin der 10 Klasse des Altenbergergymnasiums, nach der Projektreise im Oktober 2015.

Faszinierende Pflanzen, einzigartige Tiere, interessante Menschen und Chaos. All das ist Madagaskar. Auf meiner Reise durfte ich viel Neues entdecken und kennen lernen. Mit nach Hause habe ich sowohl schöne, aber auch nicht so schöne Erinnerungen mitgenommen. Das Erste, was ich auf dieser Insel wahrnahm, war ein ungewöhnlicher Geruch beim Aussteigen aus dem Flugzeug. Dieser begegnet einem manchmal in der Hauptstadt Antananarivo, denn sowohl die Müllentsorgung, als auch die Hygiene sind ein großes Problem. Madagassen sind sehr freundliche und zuvorkommende Menschen, was wir schon bei unserer Ankunft feststellten, denn viele waren bereit uns mit dem Gepäck zu helfen. Unsere Unterkünfte waren ganz verschieden. So haben wir in schönen europäischen Hotels übernachtet, aber auch in typischen Bambushütten und überall hat man sich wohlgefühlt. Und das das Badezimmer ein Bach ist, war auch überhaupt kein Problem. Ganz egal, ob man auf dem Weg zum Toilettenhäuschen war, oder in der großen Stadt. Überall begegnete man Hühner, entweder frei herumlaufend oder in Körben auf den Köpfen der Frauen. Die Einstellung der Menschen ist gar nicht zu vergleichen mit der von uns Deutschen. So würde ich hier in Deutschland keinem Jugendlichen meines Alters begegnen, der so viele Aufgaben und Verantwortung übernehmen würde, wie madagassische Teenager. Zu deren alltäglichen Aufgaben gehört es im Haushalt zu helfen, auf die kleinen Geschwister aufzupassen, Tiere zu versorgen und sogar zu schlachten. Auch wenn man in diesem Land viele hilfsbereite und aufgeschlossene Menschen trifft, gibt es dennoch, wie überall Einige, die nicht immer das Beste wollen. Wenn man also durch die eigentlich wunderschöne Gegend fährt, sieht man häufig Brandrodungsflächen, was zeigt, dass es noch einige Bildungslücken gibt, denn von dem ursprünglichen Regenwald nur noch weniger als 5%. Der noch bestehende Regenwald muss also geschützt werden.

Ein wirklich schwerwiegendes Problem ist die Bildung der Madagassen. So haben die Schüler und Schülerinnen, obwohl es in fast jedem Dorf eine Schule gibt, nur bedingte Möglichkeiten ihr Wissen zu erweitern, da es weder ausgebildete Lehrkräfte, noch Unterrichtsmaterialien gibt. Was mich sehr bewegt hat, war die Armut, welche in diesem Land herrscht und die gesamte Insel prägt. Ob in Städten oder kleinen Dörfern, überall fehlt es an Geld. So fahren Madagassen in schlechten Autos umher, auf den schlechten Straßen, haben kein sauberes Wasser, keine gut ausgebaute Schulen, Krankenhäuser oder andere öffentliche Gebäude und allgemein kein Staatssystem.

„Nichts ist so schwierig, dass Fleiß es nicht meistern kann.“ –Ein madagassisches Sprichwort, welches meine Erfahrungen vollkommen wieder spiegelt. Denn die Menschen haben sehr wenig, sind jedoch zielstrebig und lassen ihre Träume nicht aus den Augen. All diese Erlebnisse auf einer Reise gehen einem nicht so leicht aus dem Kopf und ändern die eigene Sichtweise positiv.

Luisa Weber, Jeannine Langmann, Luisa Wolf und Anja Weber (von rechts) beim Besuch des Mantadia Regenwald Nationalparks während der Exkursion mit dem "Analasoa"-Club